HERMANN HESSE UND ICH - WER MICH INSPIRIERTE

Hermann Hesse und ich auf der Brücke in Calw

Auch wenn das für eine Fantasy-Reihe befremdend klingt und eigentlich Namen wie J.R.R. Tolkien, J.K. Rowling oder C. Paolini fallen müssten, mein großes Vorbild ist seit jeher Hermann Hesse gewesen. Seine Philosophie, seine Verbindung zu Gesellschaft, Glück und Jugend, haben mich schon als Teenager fasziniert. Durch ihn kam mir vor vielen Jahren die Idee, ein "modernes Märchen" zu schreiben, das Erdenkindern, ob groß ob klein, einen Spiegel vorhalten und vor allem junge Menschen erreichen soll, die es in unserer Gesellschaft immer schwerer haben.

 

Philosophie kommt in meinen Romanen nicht zu kurz, auch wenn sie meist in kleinen Dosen vorhanden und zwischen den Zeilen verborgen steht. Am wichtigsten ist mir, dass die Leute, die meine Bücher lesen, Spaß haben. Wer mehr erkennen will, kann dies tun. Aber jedem so, wie es ihm gefällt. Nichts schlimmeres gibt es, als seitenlange Interprätationen eines Werkes, die aussagen, was sich der Künstler dabei gedacht haben könnte.

 

In eine andere Welt eintauchen, sich freimachen und darüber nachdenken, was für einen selbst das Beste ist - das wünsche ich mir von meinen Lesern, wenn sie die Ebenen meines Planeten beschreiten. Bis ins Jenseits nehme ich sie mit und bis auf den Grund des trikronianischen Meeres und bis in den Himmel zu den Göttern, die dem Planeten das Leben schenkten.

 

In einem Zitat von Hermann Hesse aus dem Buch Demian, heißt es:  

 

"Der Vogel kämpft sich aus dem Ei. Das Ei ist die Welt. Wer geboren werden will, muß eine Welt zerstören. Der Vogel fliegt zu Gott. Der Gott heißt Abraxas.“

 

Dieser Satz löste die Geburt meines Helden aus. Das war im Hermann Hesse-Museum in Calw, wo ich das Zitat zum ersten Mal las. Vielleicht ist es verrückt, dass durch Hesse eine neue Welt entstand, und was auch immer die Rezensenten dazu sagen werden, ich halte daran fest.